Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2021/22

Veranstaltungsnr.: 040652 (Hauptseminar M.A.)

Mediale Kopien: Fotografie, Film, Spur und Trauma

Dozent/in:
Dr. Friederike Wappler

Zeit:
Präsenz, Do. 16-18
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
21.10.2021
Workload:
60 h, 240 h oder 300 h
Kreditpunkte:
2, 8 oder 10 CP

Inhalte:
Nach dem Vietnamkrieg und in Auseinandersetzung mit dem Holocaust wurde die Traumaforschung institutionalisiert. Sie hat den kulturwissenschaftlichen Diskurs verändert. Extreme Gewalt, Kriege, Sklaverei, Kolonialismus und Genozide rückten ins Bewusstsein einer neuen Erinnerungskultur, die mit dem Trauma einhergehende Zusammenbrüche kultureller und symbolischer Ordnungen reflektiert und damit verbundene Erfahrungen vermittelt.
Dass ein vom Bewusstsein abgespaltenes traumatisches Ereignis latent bleibt und „ohne Code“ wiederzukehren vermag, ist im Kontext poststrukturaler Erkenntnis bedeutsam, denn es macht die Traumatisierten zu Zeugen.
In dem Verweis auf „Reales“, einer „Spur ohne Code“, berühren sich Trauma, analoge Fotografie und Film. Dieser Beziehung geht das Seminar nach. Lektüren theoretischer Texte (u.a. von Sigmund Freud, Roland Barthes, Hal Foster, Margaret Iversen) geschehen mit Blick auf eine fundierte Analyse künstlerischer Positionen, in denen die Fragestellung des Seminars reflexiv wird. Dazu gehören Arbeiten von Felix Gonzalez-Torres, Thomas Demand, Mischa Kuball, Arno Gisinger, Gerhard Richter und Christian Boltanski.
Einführende Literatur:
Margaret Iversen: Photography, Trace and Trauma, The University of Chicago Press, Chicago 2017.